Die Liebende – deine Liebe schafft alles

Gerade jetzt, in einer Situation, in der unser Leben und unsere Welt sich so radikal verändern, soll sie dir Mut machen – die Liebende. Wie eine Fackelträgerin soll sie dir die hell leuchtende Gewissheit geben: Liebe schafft alles.

Auch wenn unsere Liebe und vieles, was wir für Liebe hielten, nun bei vielen Menschen von der Angst vor dem Bedrohlichen und vor der Ungewissheit überflutet wird. Angst, hat mich das Leben gelehrt, hat nur dort ihren Platz, wo die Liebe ein Vakuum hat. Daher halte ich es für wichtig, die Angst an der Hand zu nehmen und mit ihr ins Vertrauen und in die Liebe zu gehen.

Was das bedeutet? Nun, ich verstehe Vertrauen als ein starkes Empfinden, das mir sagt: Ich will es wissen, ich will DICH, mein Leben, intensiv und direkt kennenlernen. Meinem Leben neugierig vertrauen – wie die Kinder.

Und was ist mit der Angst?

Als Mutter habe ich miterlebt, dass eine Krankheit manchmal Defizite sichtbar macht. An das muss ich denken, wenn ich nun sehe, wie ein Virus die gesamte Welt ängstigt. Auf mich wirkt Corona wirkt wie die Verkörperung einer kollektiven Angst, die bisher im Untergrund herrschen konnte und nun nach oben gespült wird. Etwas, was lange auf eine Entwicklung ins Bessere wartet, wird sichtbar.

Aus meiner Sicht hält diese Riesenangst unsere Liebe und unsere wahre Kraft fest. Die Angst, denke ich, wird hochgespült, damit die Liebe frei wird. Auch wenn uns die Angst fürs Erste klein macht, – denken wir nur an die Hamsterkäufe und die Rangeleien um Klopapier. Kindhafte Auswüchse dieser Angst.

Glaube mir, ich nehme die Angst ernst und die Existenzängste, die vielen Menschen nun schlaflose Nächte bereiten, kann ich aus meiner Erfahrung als Unternehmerin sehr gut nachvollziehen. Diese Lähmung im Denken und Handeln, die nächtlichen Panikattacken, die mangelnde Toleranz für das eigene Umfeld. Aber gerade in solchen Momenten hat es mir gut getan, zu wissen, dass es Quellen gibt, aus denen ich Kraft schöpfen kann. Es sind jene Quellen – Gedanken und Erfahrungen – die ich dir hier ans Herz lege.

„Mut ist für mich
nicht das Freisein von Angst,
sondern die Erkenntnis, dass
etwas wichtiger ist, als die Angst.“

Ich nehme Angst ernst, auch weil ich sie für einen wichtigen Schutz halte. Aber ich bin der Ansicht, dass wir nicht zulassen dürfen, das sie über Mut, Intelligenz und Geschicklichkeit dominiert.

Zeichen der Liebe

Ich lade dich ein: Stelle dein Leben auf eine aktive Form von Liebe ein. Wenn du genau um dich schaust, wirst du sie bereits vielerorts wahrnehmen. Menschen wirken freundlicher, hilfsbereiter, sie halten Distanz, um uns und andere zu schützen. Viele gehen sogar Risiken ein, um andere zu versorgen, zu pflegen und um Leben zu retten.

Mitten im Frühling muss ich an ein altes Kärntner Weihnachtslied denken. Da heißt es: „Wo ist denn im Schnee noch a Wegle zu dir“? Viele Wege sind, wie es scheint, zugeschüttet, zugeweht. Aber sie sind da. Auch deine Wege zu dir. Mit meiner Geschichte will ich dir von meinen Wegen erzählen und dir Mut machen, deine zu suchen. Manche werden sich überschneiden, auf manchen wirst du vielleicht ein Buschmesser brauchen, um im Frausein deinen Weg zu finden.

Die Liebe zu dir

Die Königsdisziplin auf dieser Reise ist meiner Erfahrung nach die Selbstliebe. Ein Meilenstein, der auf den ersten Blick einfach erreichbar ist, und doch braucht es meist große Anstrengungen, um zu dieser Liebe zu gelangen. Aus mehreren Gründe, wie ich denke.

Einer davon ist es vermutlich, dass Frauen von klein auf nicht automatisch dazu angehalten wurden, auf Selbstliebe zu achten. Vor allem Frauen meiner Generation. Auch in meinem eigenen Umfeld stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie sehr wir alle anderen über unsere eigenen Bedürfnisse stellen, wieviel wir hinunterschlucken. Obwohl – davon bin ich überzeugt – unser Gegenüber davon profitiert, wenn wir unsere eigene Würde einfordern, weil wir ihr oder ihm so Orientierung bieten.

Andrè Heller meint, es sei eine der schwierigsten Errungenschaften zu erkennen, „dass man die Macht über sich selbst prinzipiell bei sich lassen muss und weder den Sympathisanten, noch den Feinden Gedankenhochheit über sich erlauben darf, sondern wie ein altes Zirkuspferd die Gelassenheit als Manege nutzen kann.“

Herrin im eigenen Haus

Selbstliebe und den bewussten Umgang mit Angst halte ich für außerordentlich wichtig, weil sie unmittelbar mit dem Vertrauen verbunden sind. Das Vertrauen wächst, wenn ich „Herrin im eigenen Haus“ bin, wie es Julia Onken in ihrem gleichnamigen Buch eindrucksvoll beschrieben hat.

Bis ich tatsächlich die Herrin in meinem Haus wurde, musste ich unzählige Stolpersteine überwinden. Und ganz ehrlich, über einzelne Steine bin ich sogar mehrmals gestolpert und es hat ziemlich weh getan. Über vieles kann ich heute lachen, über vieles wundere ich mich einfach, weil es im Nachhinein besehen ganz einfach war, das Hindernis zu überwinden, und auf manchen massiven Brocken, den ich bezwungen habe, bin ich richtig stolz.

Was kann dir Luft unter deinen Flügeln sein?

Mach dich auf die Suche nach deiner Lebensfreude.

Der Weg lohnt, meine ich. So lade ich dich ein, dein Frau sein und deine Stärken zu entdecken.

Persönliche Fragen und Überlegungen zum Start:

Zum Aufbruch entschlossen?
Was hindert dich?
Wer sind deine Verbündeten – welche Gefühle, Leidenschaften, Träume, Menschen?

  • Hast Du Angst vor Macht?
  • Ist sie für dich negativ besetzt?
  • Glaubst Du, dass du nicht führen kannst?
  • Was ist deine Vorstellung von Beziehung und Partnerschaft?
  • Gibst du deinem Gegenüber die Schuld, dass alles ist, wie es ist?
  • Hast du Aufgaben abgegeben, die du eigentlich selbst erledigen solltest?
  • Erwartest du von deiner Partnerin, deinem Partner, dass sie bzw. er dich glücklich machen muss?
  • Findest du dich in einer lebenslangen Kriechspur wieder?
  • Wann hat sie angefangen?
  • Welche Kindheits-, Jugend-, Beziehungsgeschichten haben dazu geführt?
  • Auf jeder dieser Kriechspuren gibt es Wünsche, Träume, Gedanken. Was davon löst heute noch ein freudiges Kribbeln in Dir aus?

Lass einen dieser Träume wie einen Feuerwerkskörper in den Himmel schießen, gib einer kühnen Leidenschaft nach und lausche, wie Deine Seele aufatmet.

Ich bin Dir mit offenem Herzen verbunden und freue mich, wenn du deine eigenen Gedanken mit mir teilst! Entweder im Kommentarfeld am Ende dieser Seite oder an info@liebeschafftalles.at

Herzlichst
Sissy Sonnleitner

Literaturtipp

Julia Onken, Herrin im eigenen Haus

4 Kommentare

  • Sophie Ranner sagt:

    Liebe Mutti, dieser Artikel spricht mich besonders an, weil ich mich sehr sehne, nach einem liebevolleren, offeneren aber auch selbstbestimmteren Umgang mit meinem Mitmenschen.
    Die Erkenntnis, dass ich dazu erst einmal lernen muss, mich selbst liebevoll zu behandeln und für mich einzustehen, ist erst wenige Wochen alt.
    Auch der eine Satz, den du mir nach einem der letzten Telefonate geschrieben hast, dass man seinem Partner die eigene Überforderung überstülpt und ihn verantwortlich macht für den Schmerz der eigenen Seele, dieser eine Satz hat mir auch weitergeholfen.
    Was für eine Last fällt gedanklich von mir ab! Alles was ich tun muss, zumindest als ersten Schritt, ist zu mir zurückzukommen. Zu Interessen und Leidenschaften, die ich gepflegt habe, bevor mich die Bedürfnisse anderer Menschen überrollt haben. Zu Tätigkeiten, die Glücksgefühle auslösen und Flügel verleihen, in die Natur gehen, im Garten arbeiten, Yoga machen, kreativ sein…
    Vielleicht komme ich irgendwann auch noch der „kleinen Traurigkeit“ tief in mir drinnen näher, die bei jeder Gelegenheit in Form von Tränen an die Oberfläche kommt…

    • Sissy Sonnleitner sagt:

      Liebste Sophie!

      Danke für Deine wunderbaren Zeilen. Wir sind ja auf Grund der besonderen Umstände in der Tat auf Telefon und Whatsapp reduziert. Selbst den
      handgeschriebenen Brief hat die Schweizer Post 2x retourniert ( ok, da hatte ich auch Schuld daran ). Umsomehr freue ich mich, wenn ich über die
      Distanz, unter anderem, mit meinem Blog eine Hilfestellung leisten konnte. Ich weiß um Deine Tiefe und Dein Potential und vertrau‘ Dir und Deiner
      Seele voll. Der Weg mit Euch hat mich die Dimensionen des Frauseins gelehrt. Aus diesem Reichtum heraus muss und darf ich schreiben. Du hast ein
      so wunderbares Nest für Deine Familie gebaut, nun kannst Du darin für Dich einen guten Platz suchen.
      …..und bis wir einander ( bald schon ) wiedersehen, halte Gott Dich in seiner Hand!
      Herzlichst Mutti

  • Ulrike Müllner sagt:

    LIebe Sissy, ich bin zu Tränen gerührt, daß ich garnicht viel schreiben kann!
    Wunderschön – so eine Mutter-Tochter-Beziehung…………………. wünschte ich mir auch mit meiner Mutter! (Demenz)

    Ich habe Dich heute in der Früh im Radio gehört – Morgengedanken auf Radio NÖ!
    Unsere Wege kreuzten sich im Vorjahr in Bad Pirawarth – ich durfte Dich eine Woche lang ein bissl kennenlernen!
    Danke, ich werde Deinen Blog und Deine Gedanken verfolgen! Gibt mir Kraft …………..
    Alles Liebe
    Herzlichst Ulrike

    • Sissy Sonnleitner sagt:

      Liebe Ulrike!

      Wie wunderbar, dass sich unsere Wege nocheinmal kreuzen und ich freue mich, wenn meine Geschichte Dich berührt. Ja, so eine Mutter mit Demenz, das stell‘ ich mir richtig
      schwer vor. Damit habe ich, zum Glück, auch ganz wenig Erfahrung. Vermutlich kennst Du das Buch“ der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger. Das hat mich sehr berührt
      und mir einen kleinen Einblick in diese Welt gegeben.

      Ich denke, bei aller Sorge um die Mutter, ist die Fürsorge für Dich jetzt umso wichtiger. In einem der nächsten Artikel habe ich das Buch „Feuerzeichen “ Frau, in dem Julia Onken
      über die geistige Mutterschaft schreibt, ansatzweise zusammengefasst. Da geht es um die geistige Mutterschaft, die wir nach den Wechseljahren für uns übernehmen können. Das
      könnte in Deiner Situation jetzt auch helfen.

      Danke für Deinen Kommentar. Ich freu‘ mich, wenn wir in Verbindung bleiben.

      Herzlichst
      Sissy

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